Drei Thaiboxer
vom Rorschacher Arena Thai Gym treten an der Fight Night in St. Gallen an
Kampfsport. Einmal im
Jahr wird in St. Gallen Thaiboxen auf hohem Niveau geboten. Am Samstag
werden in der alten Kreuzbleichehalle unter anderem zwei Profi-Kämpfe
ausgetragen.
sabrina dünnenberger
Immer wieder
kracht das Schienbein gegen den Sandsack. Der imaginäre Gegner zeigt keine
Regung. Der junge Mann erhöht die Kadenz der Schläge, der Sandsack beginnt
heftig hin- und herzuschwingen. Mittlerweile dreht er so grosse Runden, dass
die zwei Männer, welche sich nebenan im Sparring üben, ausweichen müssen.
Der Wecker klingelt, die Schüler halten inne. Ausatmen, die Muskeln lockern.
Der Schweiss rinnt, die Temperatur im Rorschacher Gym steigt. Trainer
Gianfranco Manzan gibt Anweisungen, hat daneben trotzdem Zeit zu erzählen.
Von der Fight Night, von der Mühe, Jahr für Jahr Sponsoren zu finden und vom
Thaiboxen, der harten Sportart, die schonungslos die Schwächen des Kämpfers
aufdeckt. Manzan hat gemeinsam mit Rohy Batliwala die Thaibox-Galas in der
Ostschweiz etabliert. Seit 1999 ist kein Jahr ohne Veranstaltungen in Buchs,
St. Gallen und vor drei Wochen erstmals in Rorschacherberg vergangen. Vor
eineinhalb Jahren haben sie die Ladies League ins Leben gerufen, vor einem
Jahr den Super-League-Kämpfer und Weltmeister Thomas Hladky nach St. Gallen
geholt und bieten zudem ihren eigenen Schülern vom Arena Thai Gym Rorschach
und vom Wing Thai Gym Buchs die Möglichkeit, vor Heimpublikum anzutreten.
Titelkampf für Kosol
Drei Schützlinge
von Manzan werden am Samstag ab 19.30 Uhr in der alten Kreuzbleichehalle in
den Ring steigen. Sok Kosol trifft im Kampf um den vakanten
WFC-Schweizer-Meistertitel bis 61,24 kg in der B-Klasse auf Jeton Zejna aus
Thun. Der Halbprofi-Kampf dauert fünf mal zwei Minuten. Der 25-jährige Kosol
aus Kronbühl schätzt seinen Gegner, 2003 Schweizer Meister im Thai- und
Kickboxen, stark ein. «Ich will das Publikum nicht enttäuschen und werde
darum alles geben, um zu gewinnen», sagt Kosol. An St. Gallen hat er gute
Erinnerungen. Vor einem Jahr besiegte er in seinem ersten Halbprofi-Kampf an
der Fight Night Arber Rama in der fünften Runde durch K.o.
Auch Sven Dobler,
der am Samstag einen Prestige-Kampf in der Klasse bis 79,38 kg bestreiten
wird, erinnert sich gerne an seinen letzten Auftritt in St. Gallen. Auch er
hatte vor einem Jahr seinen ersten Vergleich in der B-Klasse bestritten und
deutlich nach Punkten gesiegt. Im April dieses Jahres hat der Rorschacher in
Buchs einen Kampf um den Schweizer-Meister-Titel bestritten, den Vergleich
gegen Adrian Bächler jedoch verloren. Dobler, der von seinem Trainer als
ruhig und besonnen beschrieben wird, bekommt es am Samstag mit Barzinje
Nawshirwan zu tun, einem Schüler von Thomas Hladky.
Wie Dobler einen
Prestige-Kampf bestreiten wird Simon Gjoni. Er hat vor drei Wochen in
Rorschacherberg den Schweizer Meistertitel bis 61 kg bei den Amateuren
gewonnen. «Gjoni ist ein grosses Talent», sagt Manzan über seinen Schüler,
der erst seit Januar Thaiboxen betreibt. Der 19-Jährige freut sich, vor
grossem Publikum aufzutreten. «Ich hoffe, es wird nicht nur für mich ein
spezieller Kampf.»
«Männersache»
Höhepunkt des
Abends werden die beiden Profi-Kämpfe um den WKN-Schweizer-Meister-Titel
sein. In der Gewichtsklasse bis 71,58 kg trifft Muji Irjad auf Denis Mir,
der Luzerner Stefan Baumann tritt in der Klasse bis 82,55 kg gegen Stephane
Mbida an. Erstmals seit der Einführung der Ladies League wird kein
Frauen-Kampf zu sehen sein. Lokalmatadorin und Aushängeschild Carole Flury
bereitet sich momentan auf die Schweizer Meisterschaften im Boxen vor. «Die
wenigen Schweizer Kämpferinnen, die es gibt, waren alle ausgebucht oder
hatten keine Zeit», sagt Manzan. Anders als im vergangenen Jahr wurden auch
keine Kämpfer aus dem Ausland eingeladen. Alle Athleten trainieren in
Schweizer Klubs.
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