Kampfnacht in St.Gallen
Andreas Marchetti kickt und boxt
um den vakanten EM-Titel der IKBO
Die «Fight night» in der alten Kreuzbleiche
St.Gallen bietet Thai- und Kick-Boxern aus der Region eine
Startmöglichkeit. Höhepunkt ist der Europameisterschaftskampf des Baslers
Andreas Marchetti.
Ralph Weibel
Erstmals findet in St.Gallen eine vom Schweizer
Muay Thai Verband (SMTV) anerkannte Kampfsport-Gala statt. Organisiert und
durchgeführt wird diese von der Thai Box Arena Rorschach. «Ähnliche
Veranstaltungen im Rheintal haben bereits gezeigt, dass durchaus
intressiertes Publikum in der Ostschweiz vorhanden ist», sagt Franco
Manzan, der die Rorschacher Kampfsportschule führt.
Deutschschweizer Meister
Im Rahmenprogramm werden vor allem Kämpfer aus
der Schule von Manzan in den Ring steigen und sich in Amateurkämpfen, der
sogenannten C-Klasse, mit Kämpfern aus anderen Schweizer Schulen messen.
Geplant ist zudem ein Frauenkampf mit der Baslerin Catherine Vittet, die
sich mit einer Französin schlägt.Manzans Schule brachte in ihrem erst
zweijährigen Bestehen bereits drei Deutschschweizer Meister hervor. Von
ihnen werden Michael Vogt - gegen Michael Kleinschmit vom Wing Thai Gym
Buchs -und Daniel Golic - gegen Hassan Kuzueular vom Power Sport Basel -
mit Heimvorteil kämpfen.
Europameister Sutter
Neben den Amateur Thai-Box-Kämpfen kommt es in
der Alten Kreuzbleiche zu zwei Profi-Kickbox-Kämpfen. In der Kategorie bis
68 kg werden sich der Europameister 1998/99 der ISKA, der Schweizer
Christoff Sutter vom Kick Box Gym Solothurn, und der Deutsche Albert
Zimmermann gegenüberstehen.Im Hauptkampf des Abends geht es um den
vakanten Europameister-Titel (-70 kg) der IKBO. Um diesen werden sich der
Deutsche Achim Häuser und der Basler Andreas Marchetti streiten. Der Kampf
ist auf zehn Runden à zwei Minuten angesetzt. Da es sich um einen
Titelkampf handelt, sind, einzig in dieser Auseinandersetzung, Kniestösse
zum Kopf des Gegners erlaubt. Marchetti wird erst heute aus Basel zum
Kampf anreisen.
Im Judo-Nationalkader
Seit acht Jahren kickt und boxt Andreas Marchetti
im Ring. «Davor habe ich Judo und nur zum Ausgleich Kickboxen gemacht.
Doch mit der Zeit hat sich der Anteil der Trainings verlagert, vom Judo
zum Kickboxen», sagt der 27jährige. Für ihn ist es nicht der erste
Titelkampf. Im vergangenen Dezember musste er sich in Basel aber
geschlagen geben. Dementsprechend wichtig wäre für den Schweizer ein Sieg,
damit er in seiner Karriere einen Schritt nach vorne machen könnte.Erfolg
hatte Marchetti bereits als Judo-Kämpfer. Vor zehn Jahren war er die
Nummer eins in der Schweiz und Mitglied des Nationalkaders. «Meine
Judo-Karriere habe ich nur schweren Herzens aufgegeben, aber nach 16
Jahren hat mich etwas Neues gereizt.
Erster Prüfstein
Die Veranstaltung in St.Gallen ist für Franco
Manzan auch ein bisschen ein Versuchsballon. In Oberriet kamen vor ein
paar Wochen zu einer ähnlichen Veranstaltung rund 600 Besucher. «Wir
hoffen, dass wir auch in St.Gallen auf Interesse stossen werden», sagt
Manzan. Ist dieses vorhanden, könnte er sich vorstellen, vielleicht schon
im nächsten Jahr einen Bodensee-Cup zu organisieren. Doch zuvor ist noch
eine Veranstaltung im Dezember in Gossau geplant.
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