Premiere gelungen
Die
Ladies-League-Kämpferinnen
überzeugen an der Thaibox-Gala
kampfsport. Der Start
zur Ladies League ist gelungen. An der Fight Night in der alten
Kreuzbleichehalle zeigten die Thaiboxerinnen Kämpfe auf hohem Niveau.
sabrina dünnenberger
Es lag einiges in der
Luft, am späten Samstagabend in der alten Kreuzbleichehalle. Da war der
Duft asiatischer Gewürze, der sich mit dem Geruch von Schweiss vermischte
und je länger desto stickiger wurde. Das Geräusch aufeinander prallender
Knochen, mal laut, mal leise, untermalt mit thailändischer Musik, die man,
je später der Abend, nur noch beiläufig wahrnahm. Da war die Konzentration
der Kämpfer im Ring, abzulesen in den Augen, welche den Gegner fixierten,
unablässig, manchmal gar starrend. Die Mimik der Thaiboxer, hämisches
Grinsen, herausforderndes Lachen oder fast keine Regung der
Gesichtsmuskeln. Es war alles dabei, was die ordentliche Anzahl Zuschauer
an der Fight Night erwarteten: Atmosphäre, Show und Akteure, die bis an
ihr Limit gingen.
Ausgeglichen
Das Limit war vor
allem im letzten Kampf beim Gegner von Super-League-Kämpfer Thomas Hladky
schnell erreicht. Aszales Zoltan - immerhin ungarischer Meister - ging in
der zweiten Runde k. o. und so war der Profikampf drei Runden früher zu
Ende, als dies dem Publikum gefallen hätte. Obwohl von Betreuern und
Zuschauern aufgefordert, weiter zu kämpfen, gab sich Zoltan besiegt - im
Wissen seiner Unterlegenheit. Von neun Kämpfen waren es nur deren zwei,
welche nicht über die volle Anzahl Runden dauerten, die Nummerngirls und
-boys hatten einige Male das steile Treppchen zum Ring in Angriff zu
nehmen. Der Vergleich zwischen dem in Rorschach trainierenden Sok Kosol
und Gerry Weber hatte der Ringrichter vorzeitig abgebrochen. Den
Veranstaltern kann damit ein glückliches Händchen in der Auswahl der
Kämpferinnen und Kämpfer attestiert werden. Dies gilt vor allem für die
Frauenkämpfe. Erstmals traten in der Ladies League Kämpferinnen
gegeneinander an. «Dass diese Kämpfe gleich so spannend verlaufen werden,
war zum Voraus nicht mit Sicherheit zu sagen», sagt Rohy Batliwala,
gemeinsam mit Gianfranco Manzan Veranstalter der Fight Night. Mit der
Ladies League soll Gleiches erreicht werden, wie mit der Super League: Der
Name steht für hoch stehende Kämpfe, nur wer sich mit guten Leistungen
empfiehlt, kämpft.
Sieg für Flury
Der Ringspeaker gab
meist eindeutige Siege bekannt. Dennoch war keine Kämpferin so überlegen,
dass der Erfolg nicht hätte hart erkämpft werden müssen. Jede Thaiboxerin
zollte Tribut, sei es mit blauen Oberschenkeln, schmerzenden Schienbeinen
oder geschwollenen Fussknöcheln. Letzteres machte der Lokalmatadorin
Carole Flury nach dem Sieg gegen die Ungarin Patra Buchberger das Laufen
schwer. «Wenn mir nicht noch das mit dem Knöchel passiert wäre, hätte ich
vergleichsweise wenig Schaden genommen», sagte Carole Flury hinterher. Zum
Fototermin und Fernsehinterview ging es nur humpelnd, gestützt von ihrem
Trainer Rohy Batliwala. Dort erwartete sie auch die anderen Thaiboxerinnen
und -boxer. Und dort lachten sie wieder - keine starrenden Blicke mehr,
die Spannung war der Freude gewichen. In wenigen Wochen werden sie erneut
antreten, bei thailädischer Musik werden sie wieder die Knochen aneinander
prallen lassen. |